Rückenschmerzen im oberen Rücken: Ursachen und was hilft
Ein Ziehen zwischen den Schulterblättern, ein Brennen im oberen Rücken oder ein Druck, der beim Atmen oder nach langem Sitzen stärker wird: Rückenschmerzen im oberen Rücken sind häufig und meist harmlos. In diesem Beitrag liest du, woher sie kommen können, was im Alltag oft hilft und bei welchen Anzeichen du ärztlichen Rat brauchst.

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Aufstehen. Sitzen. Heben. Bei Rückenschmerzen wird jeder Handgriff zur Frage.
Man schont sich und fragt sich, ob das reicht.
Dabei sind Rückenschmerzen bei jedem anders. Erst verstehen, dann gezielt bewegen.
Das Rückenschmerzen-Frei-System: verständliche Informationen und Übungen für deinen Alltag. In deinem Tempo.
Bei starken, anhaltenden oder neuen Beschwerden: ärztlichen Rat einholen.
Der Text gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Wenn der Schmerz eher im Nacken oder am Schulterblatt sitzt und in den Arm zieht, hilft dir der Beitrag Eingeklemmter Nerv im Nacken, in der Schulter und am Schulterblatt.
Was ist mit „oberer Rücken“ gemeint?
Der obere Rücken reicht vom Nacken bis etwa zur Mitte des Rückens. Fachlich ist das der Bereich der Brustwirbelsäule. An ihr hängen die Rippen, die zusammen mit den Wirbeln den Brustkorb bilden. Dazu kommen die Muskeln zwischen den Schulterblättern und die Muskulatur, die Schultern und Nacken hält. Weil hier viel zusammenläuft, können Schmerzen von verschiedenen Strukturen ausgehen und auch auf andere Stellen ausstrahlen.
Mögliche Ursachen für Schmerzen im oberen Rücken
Meist stecken Verspannungen und Alltagsbelastungen dahinter:
- Langes Sitzen und Bildschirmarbeit: Vorgebeugte Schultern und ein nach vorn geschobener Kopf überlasten die Muskeln zwischen den Schulterblättern.
- Handy und Tablet: Der Blick nach unten belastet Nacken und oberen Rücken.
- Einseitige Belastung: Schwere Taschen, Rucksäcke oder Tätigkeiten über Kopf können die Muskulatur reizen.
- Stress und innere Anspannung: Viele ziehen unbewusst die Schultern hoch, das hält die Muskeln dauerhaft angespannt.
- Wenig Bewegung: Eine schwache Rücken- und Schultermuskulatur ermüdet schneller.
- Gereizte Gelenke: Die Gelenke zwischen Wirbeln und Rippen können gereizt sein, was sich oft bei Bewegung oder tiefem Atmen bemerkbar macht.
Seltener spielen Veränderungen an Bandscheiben oder Wirbeln eine Rolle. Eine einzelne, klar benennbare Ursache lässt sich bei Rückenschmerzen oft nicht finden.
Schmerzen zwischen den Schulterblättern
Ein Schmerz zwischen oder unter den Schulterblättern fühlt sich oft ziehend, brennend oder stechend an. Typisch ist, dass er nach langem Sitzen, bei bestimmten Armbewegungen oder in Stressphasen stärker wird. Häufig sind verspannte Muskeln zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt beteiligt. Wenn der Schmerz in den Arm zieht oder mit Kribbeln und Taubheit einhergeht, kann ein gereizter Nerv eine Rolle spielen. Das gehört ärztlich abgeklärt.
Oberer Rücken tut beim Atmen oder Husten weh
Wenn der Schmerz beim tiefen Einatmen, Husten oder Drehen stärker wird, sind oft Muskeln oder die Rippengelenke beteiligt. Das kann sehr unangenehm sein, ist aber häufig harmlos. Treten dazu Atemnot, Fieber, anhaltender Husten oder ein Engegefühl in der Brust auf, lass es zeitnah ärztlich abklären.
Was im Alltag oft hilft
- Haltung wechseln: Steh nach 30 bis 45 Minuten Sitzen kurz auf, geh ein paar Schritte und streck dich.
- Arbeitsplatz anpassen: Der Bildschirm sollte etwa auf Augenhöhe stehen, die Arme locker aufliegen, die Füße flach am Boden.
- Wärme: Wärme kann verspannte Muskeln lockern, zum Beispiel durch ein Körnerkissen oder ein Wärmepflaster, wenn es sich für dich gut anfühlt. Mehr dazu im Beitrag Wärmflasche gegen Rückenschmerzen: Wärme oder Kälte?.
- Entspannung: Bewusstes Atmen und Entspannungsübungen können die Schultern lösen. Ideen stehen im Beitrag Entspannungstechniken bei Rückenschmerzen.
- Taschen und Rucksäcke: Verteile Gewicht auf beide Schultern und trag nicht dauerhaft einseitig.
Übungen für den oberen Rücken
Mach die Übungen langsam und nur im schmerzfreien Bereich. Bei starken Schmerzen warte lieber, bis sie nachgelassen haben.
Schulterkreisen
Lass die Schultern langsam nach hinten kreisen, etwa zehnmal, dann nach vorn. Die Arme hängen locker.
Schulterblätter zusammenführen
Zieh im Sitzen oder Stehen die Schulterblätter sanft nach hinten und unten, als würdest du sie in die hinteren Hosentaschen schieben. Halte kurz und lass locker, etwa zehnmal.
Brustöffner im Türrahmen
Stell dich in einen Türrahmen, lege die Unterarme an den Rahmen und geh einen halben Schritt nach vorn, bis du eine angenehme Dehnung in der Brust spürst. Halte etwa 20 Sekunden.
Katzenbuckel im Vierfüßlerstand
Mach den Rücken abwechselnd rund und hohl, ruhig im Atemrhythmus, etwa zehnmal.
Weitere Übungen findest du im Beitrag Rückenübungen für zuhause.
Wann zum Arzt?
Lass die Beschwerden abklären, wenn sie nach ein bis zwei Wochen nicht besser werden, immer stärker werden, nach einem Unfall oder Sturz auftreten oder von Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in Armen oder Beinen begleitet sind.
Rufe sofort den Notruf (112) oder lass dich ärztlich untersuchen, wenn der Schmerz im oberen Rücken zusammen mit Druck oder Enge in der Brust, Atemnot, Schmerzen im Arm, Hals oder Kiefer, Übelkeit, kaltem Schweiß oder Schwindel auftritt. Diese Anzeichen können auf ein Herzproblem hindeuten, auch wenn der Schmerz im Rücken sitzt. Ebenfalls dringend abzuklären sind Fieber zusammen mit starken Rückenschmerzen, Lähmungserscheinungen und ungewollter Gewichtsverlust.
Häufige Fragen zu Rückenschmerzen im oberen Rücken
Warum tut es zwischen den Schulterblättern weh?
Meist sind verspannte Muskeln durch langes Sitzen, Handynutzung oder Stress beteiligt. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden lass die Ursache ärztlich abklären.
Kann Stress Schmerzen im oberen Rücken auslösen?
Ja, viele ziehen bei Anspannung unbewusst die Schultern hoch. Das hält die Muskeln im oberen Rücken und Nacken dauerhaft angespannt und kann Schmerzen verstärken.
Was hilft schnell bei Schmerzen im oberen Rücken?
Viele empfinden Wärme, kurze Bewegungspausen und sanfte Dehnübungen als angenehm. Eine feste Regel gibt es nicht, probiere vorsichtig aus, was dir guttut.
Sind Schmerzen im oberen Rücken gefährlich?
Meist stecken Verspannungen dahinter. Bei Brustschmerz, Atemnot, Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer, Übelkeit oder kaltem Schweiß ruf sofort den Notruf (112).
Oberer Rücken: Übungen und Hinweise
Im E-Book findest du weitere Informationen und Übungen für den Alltag. Sie versprechen keine bestimmte Wirkung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.
